Die Duale Oberschule
Die Duale Oberschule beschreitet konsequent den Weg einer ganzheitlichen Lern- und Ausbildungskultur und vermittelt somit den Schülerinnen und Schülern verstärkt berufspropädeutische und sozial-kommunikative Kompetenzen.
Sie wendet sich vor allem an jene, die hauptsächlich über eine berufliche Ausbildung ihre Chance suchen und ihren zukünftigen Weg machen, sich gleichzeitig aber die Option für alle weiterführenden Bildungsabschlüsse offen halten möchten. Der Bildungsgang bereitet folglich weniger auf akademische Berufe vor als vielmehr auf praxisorientierte Berufe in Handwerk, Gewerbe und Sozialwesen, in Technik, Wirtschaft und Verwaltung. Mit der Dualen Oberschule werden in einem durchgängigen Bildungsgang von Klassenstufe 5 - 13 unter Einschluß einer Berufsausbildung sämtliche Abschlüsse ermöglicht, die im gegenwärtigen Schulwesen Hauptschule, Realschule, Berufsschule und Fachoberschule getrennt voneinander vermitteln.
Das Profil der Dualen Oberschule ist durch folgende Komponenten gekennzeichnet:
- Bildungsangebote von Haupt- und Realschule werden zusammengeführt, und Abschlüsse beider Schularten werden vermittelt
- Es entsteht ein durchgängiger, über die Sek I hinausreichender Bildungsgang, der neue Möglichkeiten eröffnet und im Rahmen derer z.B.
- die Fachhochschulreife erlangt werden kann, ohne den Zugang in die Hochschule auszuschließen, und
- es wird in den Bildungsgang der "betriebliche Partner im Dualen System" miteinbezogen, um die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung zu stärken.
Die Duale Oberschule stellt eine Alternative für Schüler/innen dar, die ansonsten die Haupt- oder Realschule besuchen würden, aber auch für solche Schüler/innen, die eine Empfehlung für das Gymnasium haben, die allgemeine Hochschulreife jedoch nicht als vorrangiges Ziel betrachten. Zusammenfassend ist die Duale Oberschule besonders geeignet für " ...alle Schülerinnen und Schüler (..........), die über die berufliche Bildung ihre Chance suchen und ihren Weg machen, die sich aber zugleich die Option für alle weiterführenden Bildungsabschlüsse offen halten möchten." (MBWW 1996, S. 15)
Orientierungsstufe, Mittelstufe und Oberstufe.
Die Duale Oberschule ist in Gemeinsame Orientierungsstufe (Klasse 5 und 6), Mittelstufe (Klasse 7 – 9, in zwei Profilstufen gemäß des Niveaus der Hauptschule oder der Realschule) und in die Oberstufe (Klassenstufe 10 – 13) gegliedert.
Die Oberstufe untergliedert sich wiederum in einen ersten und einen zweiten Bildungsabschnitt. Beide Abschnitte finden in der Berufsbildenden Schule statt, wobei vertiefender Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch stattfindet. In Klasse 10 – 12 werden die Schüler/innen mit dem gleichen Zeitanteil wie die übrigen Auszubildenden im Betrieb ausgebildet und in der Dualen Oberschule unterrichtet. Als Qualifikation erreichen die Schüler/innen in diesem Abschnitt eine berufliche Erstausbildung und die "Mittlere Reife".
Ein 13. Schuljahr in Vollzeitform bietet den Abschluss der Fachhochschulreife. Die Fachhochschule ermöglicht auch den Einstieg in die Hochschule (mit Vordiplom oder Diplom). Übertrittsmöglichkeiten an die gymnasiale Oberstufe oder in das berufliche Gymnasium bestehen aber auch nach erfolgreichem Abschluss der Klassenstufe 10 unter der Voraussetzung eines "überdurchschnittlichen Leistungsprofils" in der Mittelstufe der Dualen Oberstufe.
Koblenz, Ramstein-Miesenbach und Landau bilden die sogenannten Pilotstandorte des Modellversuchs. Hier wurden zum Schuljahr 1996/97 die ersten Dualen Oberschulen errichtet. Ein Schuljahr später folgten Schulgründungen in Hachenburg, Betzdorf und Kirchen (2. Generation) und zum Schuljahr 1998/99 in Neuwied (3. Generation). Ab dem Schuljahr 1999/2000 gibt es auch in Linz, Montabaur und Wittlich (4. Generation) jeweils eine Duale Oberschule.
Quellen: http://www.bildung-rp.de/LMZ/MV/MVduale-oberschule.pht
und MBWW (1996, S: 15 ff)


